Vier lederne Löscheimer, versehen mit Namen und Jahreszahlen zwischen 1806 und 1887, sind im Besitz der Steiner Feuerwehr. Sie sind ein stummes Zeugnis für die Mühsal der Brandbekämpfung früherer Zeit. Ohne Strom, Telefon und Sirene war ein brennendes Haus für die Bewohner schlichtweg eine Katastrophe, zum Löschen wurden die Eimer aus Brunnen und Teichen gefüllt und von Hand zu Hand weiter gereicht.
Eine organisierte Brandbekämpfung begann in der Zeit der Pflicht- bzw. Zwangsfeuerwehren. Unterlagen und Protokolle aus dieser Zeit wie auch aus den Kriegsjahren sind nicht mehr vorhanden, so sind die Chronisten auf Aussagen von Zeitzeugen und mündliche Überlieferungen angewiesen.
Löscheimer aus Leder "Feuerwehrtechnik" vor 200 Jahren.
Die Ausstattung der Feuerwehr war einfach und der damaligen Zeit entsprechend. So gab es wohl zuerst eine Handdruckspritze, die mit Wasser befüllt werden musste und erst Anfang der dreißiger Jahre gegen eine Motorspritze ausgetauscht wurde. Als Wehrführer aus dieser Zeit sind die Namen Hermann Krützfeldt und Emil Sindt überliefert.
Die Auflösung der Zwangswehren im Jahr 1934 hatte überall im Land die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren zur Folge, so auch in Stein und Umgebung. Im Amtsbezirk Lutterbek wurde die Freiwillige Feuerwehr Stein als Löschzug Nr. 4 der Freiwilligen Feuerwehr Lutterbek gegründet. Mit dem Löschzugführer Kurt Blöcker hatte Stein nun eine Wehr von 25 Aktiven. Zehn dieser Kameraden bildeten die Feuerwehrkapelle, die allerdings nach einigen Jahren in den damaligen Sportverein eingegliedert wurde.
Als Löschgerät hatten die Steiner Blauröcke eine Zweitakt-Feuerlöschpumpe "ILO" mit einer Förderleistung von 400l nebst entsprechendem Schlauchmaterial zur Verfügung. Ein Zweiradkarren mit Speichenrädern diente zum Transport.